Zukunftsforschung studieren
Bislang war es nur in den USA möglich, Zukunftsforschung zu studieren. Houston hat zum Beispiel eine Universität, an der das möglich ist. Doch Deutschland hat nachgezogen und seit dem Wintersemester 2010/2011 ist es an der Freien Universität Berlin möglich, Zukunftsforschung zu studieren. Absolventen, die einen ersten Hochschulabschluss haben, können sich für den Masterstudiengang bewerben. Weitere Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht, allerdings kann ein Auswahlgespräch möglich sein. Dann sollten auch berufsqualifizierende Abschlüsse nachgewiesen werden können oder Erfahrungen im Bereich der Futurologie.
Vermittelt werden in diesem Studiengang Techniken, Methoden und das nötige Wissen für die Erforschung der Zukunft. Wichtige Themen dabei sind die Klimaforschung, es geht um die Teilnahme am politischen System, um die Technikfolgenabschätzung sowie um das gesamte Bildungssystem. Für den Studiengang Zukunftsforschung kooperieren die Fachbereiche Erziehungswissenschaften und Psychologie, der Arbeitsbereich nennt sich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung. Hinzu kommen unterschiedliche Akteure aus dem so genannten Netzwerk Zukunftsforschung, dem insgesamt etwa 20 Organisationen und Institutionen angehören.
Der Studiengang Zukunftsforschung ist in drei Abschnitte gegliedert, wobei es zum einen um die Grundlagenforschung geht, zum anderen um die Anwendungen und zum dritten um die Praxis. Besprochen werden die wichtigsten Konzepte und die Ziele der Zukunftsforschung sowie die nötigen Methoden dieses Fachbereichs. Trend-Impact-Analyse und Delphi-Technik sind am Ende des Studiums vertraute Begriffe, die jederzeit angewendet werden können.
Außerdem geht es um die Einsatzfelder, die der Zukunftsforschung zur Verfügung stehen. Die Erwartungen, die die Gesellschaft an die Zukunftsforschung hat sowie die Handlungslogiken werden ebenfalls besprochen. In der Praxis kann das Wissen für zehn Wochen erprobt werden, wenn in einer Institution das vorgeschriebene Fachpraktikum absolviert wird. Das Studium der Zukunftsforschung ist allerdings nicht ganz kostengünstig. Pro Semester fallen 1300 Euro Studiengebühren zusätzlich zu den üblichen Gebühren an. Diese müssen aus eigener Tasche finanziert werden, da das Bafög hierfür nicht in Anspruch genommen werden kann (gilt nur für den ersten Abschluss).