Zukunftsforschung
Die Zukunftsforschung, auch Futurologie genannt, ist eine Wissenschaft, bei der systematisch und kritisch die möglichen Entwicklungen auf verschiedenen Gebieten in der Zukunft untersucht werden. Sicherlich ist der Einwand, dass es sich hier um eine Art der utopischen Forschung handelt, nicht ganz unbegründet, denn auch wenn sich diese Wissenschaft auf die Erkenntnisse stützt, die momentan verfügbar sind, so ist es doch so, dass nicht immer alle Einflussgrößen bedacht werden können und unvorhergesehen Entwicklungen nicht einsehbar sind. Eine tatsächliche Wissenschaftlichkeit in ihrer Definition ist also nicht direkt gegeben.
Den Begriff der Zukunftsforschung gibt es bereits seit 1943, als er von Ossip K. Flechtheim ins Gespräch gebracht wurde. Hauptursprung liegt wieder einmal in den Vereinigten Staaten. Hier ging die Entwicklung der Zukunftsforschung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs los. In Europa war es Frankreich, das dem Beispiel der USA als erstes folgte und wo die staatliche so genannte „Planification“ eingeführt wurde.
In den meisten Ländern gibt es nun die Zukunftsforschung, die sich mit den möglichen Bildern der Zukunft auseinander setzt. Dabei wird unterschieden, ob es sich um wahrscheinliche, mögliche oder auch wünschenswerte Bilder handelt. In Abgrenzung zur Zukunftsforschung stehen die Pseudowissenschaften der Trendforschung und des Science Fiction.
Die Zukunftsforschung erfüllt einige Qualitätskriterien, die üblicherweise an eine Wissenschaft gestellt werden, wie zum Beispiel die Logik, die Terminologie, die Überprüfbarkeit und die Einfachheit. Allerdings können zukünftige Entwicklungen eben nur bedingt genannt werden und es ist nicht möglich, sie mit absoluter Sicherheit darzulegen.
Im Gegensatz zu anderen Wissenschaften steht daher, dass die Versuche und Modelle, die in der Zukunftsforschung entwickelt werden, nicht zwingend in der Praxis so eintreten müssen. Wenn sich aus politischer Sicht oder auch durch die Natur etwas ändert, kann das gesamte Modell hinfällig werden. Es bewahrheitet sich nur, wenn genau die Bedingungen eintreten, von denen bei der Entwicklung des Modells ausgegangen wurde.